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Probezeit

 

Vorerst verpflichtest du dich für eine Probezeit, eine Phase in der du dich einlebst und mit der Lebensform und den Strukturen der Therapiegemeinschaft vertraut wirst. Du wirst von Anfang an durch regelmässige Einzelgespräche mit deiner Bezugsperson unterstützt. Sie ist wenn immer möglich vom gleichen Geschlecht wie du und normalerweise hat sie bereits das Aufnahmegespräch mit dir geführt. Ausserdem steht dir eine «Gotte» oder ein «Götti» aus der Therapie-Gruppe zur Seite.

 

Die Probezeit dient dazu, gemeinsam ein möglichst umfassendes Bild über die Ausgangslage und die anstehenden Probleme und Schwierigkeiten zu erhalten. Ebenso soll für beide Seiten – für dich und deine Bezugsperson – klar werden, wie die Zusammenarbeit gestalten wird.

 

Auf dieser Grundlage fällt am Ende der Probezeit der beidseitige Entscheid über den definitiven Eintritt. Fällt dieser positiv aus, wird miteinander ein Therapievertrag mit ersten Zielen ausgearbeitet.

 

 

Der Aufenthalt

 

Der Aufenthalt ist inhaltlich und zeitlich nicht von Anfang an festgelegt und folgt keinem starren Schema. Mit Therapieverträgen von unterschiedlicher Dauer wird in überschaubaren zeitlichen Abschnitten ausgehandelt und festgelegt, welche klar definierten Veränderungen erreicht werden sollen. Er dient dir und uns als Orientierung und verbindliche Grundlage für die Zusammenarbeit. Die Verantwortung für den Therapieprozess – der regelmässig überprüft wird – übernimmst du zusammen mit deiner Bezugsperson.

 

 

Arbeit

 

Wichtiger Bestandteil des therapeutischen Programms ist die Arbeit. Sie wird durch zwei Berufsfachleute betreut. Die Arbeitszeit beträgt rund 30 Stunden pro Woche. Mit der Arbeit soll eine möglichst grosse Unabhängigkeit bei der Aufrechterhaltung der Infrastruktur erreicht werden: Die Gebäude werden unterhalten, die zum Haus gehörende Parkanlage wird gepflegt, ein Gemüsegarten wird angebaut und Aufgaben in Küche, Lingerie und Hausreinigung werden erledigt. Es werden aber auch auswärtige Arbeiten im Auftragsverhältnis übernommen.

 

Das interne Arbeitsprogramm bietet die Möglichkeit, das eigene Arbeitsverhalten zu erkennen und zu verändern. Ausdauer, Zuverlässigkeit und Qualität aber auch Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein können eingeübt werden. Damit wird eine gute Basis für die berufliche Zukunft der Klientinnen und Klienten geschaffen. Die beiden Berufsfachleute begleiten zudem die Berufsabklärung, ermutigen zu Schnupperlehren und unterschützen die (Lehr-) Stellensuche. Meistens wird die externen Berufsberatung in diesen Prozess einbezogen.

 

 

Bildung – Verein Volksschulergänzung VVE

 

Der Verein Volksschulergänzung stellt seit 1991 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die infolge ihrer Sucht nur über eine lückenhafte und ungenügende Schulbildung verfügen, in fünf stationären Einrichtungen für Suchttherapie zusätzliche Bildungsangebote bereit.

 

Die fünf Institutionen sind:

  • Gemeinschaft Arche
  • NEUTHAL
  • Sozialtherapeutische Gemeinschaft Ulmenhof
  • Sozialtherapeutische Einrichtung Freihof Küsnacht
  • Zentrum für Suchttherapie «start again»
  • Ancora-Meilestei

 

Unterrichtsform
Im Rahmen von wöchentlichen Bildungstagen wird im Einzel- und Kleingruppenunterricht auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler individuell abgestimmter Stoff vermittelt. Bildungsprojekte mit Themenschwerpunkten ergänzen das Angebot.

 

Zielsetzungen
Innerhalb des Unterrichts werden schulische Defizite abgebaut, Lerntechniken vermittelt und die Lernmotivation gefördert. Die Vorbereitung auf eine schulische und berufliche Wiedereingliederung ist eine weitere wichtige Zielsetzung. Die Schülerinnen und Schüler müssen zudem intellektuell herausgefordert werden, um Langzeitwirkungen von ihrem Substanzenmissbrauch und von medikamenten-gestützter Therapien zu begegnen.

 

Trägerschaft

Der Verein Volksschulergänzung setzt sich aus drei unterrichtenden Lehrpersonen, einer Vertretung der Bildungsdirektion und den Delegierten der stationären Einrichtungen für Suchttherapie des Kantons Zürich sowie weiteren interessierten und juristischen Personen zusammen. Der Verein ist staatsbeitragsberechtigt und wird durch eine jährliche Subvention der Bildungsdirektion unterstützt. In enger Zusammenarbeit mit den Institutionen und der Bildungsdirektion ist der Verein verantwortlich für die Organisation, Durchführung, Finanzierung und Evaluation dieser ergänzenden Bildungsangebote.

Download Jahresbericht VVE-2015-2016 (PDF)

 

 

Freizeitgestaltung

 

Drei bis vier Abende pro Woche stehen zur freien Verfügung. Die Gestaltung der Wochenenden ist gemeinsame Aufgabe der Klienten in Absprache mit dem Team. Als Gruppe können dann Kinos oder Konzerte besucht und gemeinsame Unternehmungen geplant werden. Die zweimal wöchentlich stattfindende, gemeinsame sportliche Betätigung gehört zum obligatorischen Teil der Freizeitgestaltung. Für die Freizeitgestaltung stehen Skis, Bikes, Surfbretter, Volleyball, Badminton, Tischtennis, Jöggelikasten, eine Kletterwand und der Musikraum zur Verfügung.

 

Bandworkshop

Einen Abend in der Woche werden gemeinsam im Musikraum Covers oder selber geschriebene Songs einstudiert und geprobt. Als Instrumente stehen ein Schlagzeug, Keyboard, akustische und elektrische Gitarren, Bass, Saxofon und Perkussionsinstrumente zur Verfügung.

 

Download aktuellen Hit: Cry-Cry (mp3 mit 4mb)

 

 

 

Spezielle Ereignisse

 

Im Jahresverlauf werden verschiedene Spezialwochen durchgeführt. So finden mindestens zwei Therapiewochen statt, in denen Zusammenhänge zwischen persönlichen Schwierigkeiten und der eigenen Lebensgeschichte erfahren und bewusst gemacht werden. Während zweier Arbeitsintensivwochen wird ein realistischer Arbeitsalltag simuliert. Das Skilager, das Sportlager im Sommer und die Kreativwoche erfreuen sich als Abwechslung zum Alltag grosser Beliebtheit und fördern die Klientinnen und Klienten in kreativer und körperlicher Hinsicht. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres bildet die Aufführung der Musikgruppe anlässliches des Neuthalfests.